Ist Reisen mit dem Rollstuhl während der Corona-Pandemie möglich?

Folgend haben wir einige Tipps zusammengestellt, wie Sie trotz Corona erstaunliche Reiseerlebnisse haben können – real vor Ort oder virtuell. 

Wir hoffen, dass du dadurch vielleicht einige Inspiration findest, um deiner Reiseleidenschaft auch während der Pandemie zu frönen. Bitte teile deine Erlebnisse gerne mit uns!

Regeln für Reisen in der Region

Auch wenn es uns normalerweise darum geht, Ziele jenseits der ausgetrampelten Touristenpfade zu empfehlen, raten wir aus aktuellem Anlass eher zu Touren, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten in der Nähe.

1. Trage eine FFP2-Maske!

Für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Seheinschränkungen empfiehlt es sich, an belebten Orten auch im Freien eine Maske zu tragen. Manche Menschen können die Entfernung von 6 Zoll oder 1,5 Metern nicht richtig einschätzen. Behinderte Menschen wiederum können oft nicht so leicht ausweichen. Daher ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen.

Es ist inzwischen durch zahlreiche Studien belegt, dass das Tragen von eng anliegenden FFP2-Masken (in Asien: KN95) und sog. OP-Masken bzw. medizinischen Masken (MNS) die Infektionsgefahr stark verringern kann, das Tragen von Stoffmasken dagegen kaum – auch wenn diese natürlich schöner sind. 😉

2. Befolge die Regeln am Zielort

Selbst bei Reisen in die Nachbarregion können sich die Corona-Regeln am Zielort unterscheiden. Prüfe bereits bei der Planung und nochmals kurz vor der Abreise, welche Regeln aktuell am Zielort gelten.

3. Vermeide den Besuch von Innenräumen

Zahlreiche Studien bestätigen, dass sich Menschen hauptsächlich in Innenräumen von anderen Menschen mit Corona infizieren. Die Übertragung über sog. Aerosole (kleinste Partikel, in denen das Virus enthalten ist) kann auch über mehrere Meter und sogar durch Lüftungsanlagen erfolgen. Wir empfehlen daher allen Personen, die ein erhöhtes Risiko haben, schwer zu erkranken oder sogar an Covid19 zu sterben, Innenräume mit vielen Personen zu meiden oder dort immer eine FFP2- oder OP-Maske zu tragen. Die Ansteckungsgefahr sinkt, je mehr Volumen ein Raum hat. In großen Hallen wie in Museen oder Theatern ist die Ansteckungsgefahr geringer, als in kleineren Räumen mit niedriger Decke wie beispielsweise in Restaurants oder Fitnessstudios. 

Quelle: Hermann Rietschel Institut | TU Berlin
Quelle: Hermann Rietschel Institut | TU Berlin

4. Meide belebte Orte

Natürlich sind für viele Menschen mit Behinderung allzu belebte Orte ohnehin kein erstrebenswertes Ausflugsziel. In Corona-Zeiten gilt dies umso mehr, da man mit einem Rollstuhl, Blindenhund etc. eventuell nicht so leicht ausweichen kann. Bevor du ein Risiko eingehst, informiere dich vorab, wann die besten Besuchszeiten für Sehenswürdigkeiten sind.

Yehliu Geopark in Taiwan (2013)
Yehliu Geopark in Taiwan (2013)

5. Anreise planen

Leider haben wir häufiger die Erfahrung gemacht, dass in Corona-Zeiten manchmal Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung zeitweise ausgesetzt oder kurzfristig geändert wurden – sicherlich meist aus Vorsicht oder Unsicherheit. Informiere dich daher vorab, ob Busse planmäßig fahren, Einstiegshilfen für Züge oder Flugzeuge zur Verfügung stehen oder Services ab einem bestimmten Inzidenzwert nicht mehr angeboten werden. Unser Tipp: Lieber einmal mehr telefonieren, als sich auf veraltete Angaben auf Websites verlassen.

6. Bereite dich mit deiner Begleitperson gemeinsam vor

Wer auf fremde Hilfe angewiesen ist, sollte seiner Begleitperson bereits frühzeitig vor einem Ausflug oder einer Reise mitteilen, was ihm oder ihr besonders wichtig ist. Das betrifft natürlich auch den Umgang mit den Corona-Regeln. Je klarer du vorab deine Bedürfnisse und Prinzipien formulierst, desto stressfreier wird die Reise. Stelle klar, in welchen Situationen du auf das Tragen von Masken bei deiner Begleitperson bestehst. Wenn du Hilfe beim An- und Ablegen der Maske benötigst, übt die einzelnen Schritte eventuell vorab schon mal. In vielen Ländern wurden Mitarbeiter aus Pflegeberufen wurden mit Priorität geimpft. Bei ihnen ist die Ansteckungsgefahr sehr viel geringer.

Hier sind ein paar Reisetipps für Mitteleuropa:

Reisen über weite Entfernungen

Solche Reisen sind auch in Corona-Zeiten möglich, aber bedenke, dass sich dein Rückreisedatum um Wochen verzögern könnte.

Vergewissere dich auch, wie die Vorschriften an deinem Zielort sind, was COVID-19-Tests, Quarantäne- und Visabestimmungen betrifft, da sie sich geändert haben könnten.  Prüfe auch, wie dein Arbeitgeber sich verhalten wird, wenn du für längere Zeit am Zielort festsitzt. Es ist auch wichtig zu prüfen, welche Art von Versicherung du im Ausland abschließen musst und ob du im Zielland die benötigten Medikamente bekommst. 

Virtuelle Reisen

Wenn das Risiko zu groß erscheint oder du keine andere Möglichkeit hast, dann kannst du immer noch virtuell reisen. Inzwischen gibt es mehrere virtuelle Touren und Angebote.